Wolf Hessen Statistiken: Wie viele Wölfe gibt es? (2026)
Wie viele Wölfe, Rudel und Territorien gibt es in Hessen? Die Zahlen des Wolfsmonitorings je Monitoringjahr, Nutztierrisse, Totfunde, die Entnahme im Lahn-Dill-Kreis und die Rechtslage, mit Quellen.
In Hessen leben seit einigen Jahren wieder Wölfe. Bekannt sind vor allem die Rudel in Greifenstein im Lahn-Dill-Kreis, in Rüdesheim und in Waldkappel, dazu kommen Einzeltiere an der Werra.
Im Sommer 2026 sorgte das Land für Aufmerksamkeit: Das Regierungspräsidium Kassel hat per Allgemeinverfügung die Entnahme von Jungwölfen im Lahn-Dill-Kreis zugelassen.
Auf dieser Seite findest du die wichtigsten Zahlen zum Wolf in Hessen: Entwicklung seit 2019, Rudel und Territorien, genetische Nachweise, Nutztierrisse, Totfunde, Kosten und Recht. Jede Zahl hat eine Quelle, die du am Ende der Seite findest.
Ein Hinweis vorab: Wolfszahlen werden nicht nach Kalenderjahren gezählt, sondern nach Monitoringjahren von Mai bis April. Wo sich Quellen widersprechen, sagen wir das offen.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Monitoringjahr 2024/25 gab es in Hessen 3 Wolfsterritorien: 1 Rudel und 2 Paare.
- 2025/26 waren es nach der DBBW 3 Rudel mit 9 Welpen. Das Wolfszentrum Hessen zählt zusätzlich ein Einzeltier an der Werra, also 4 Territorien.
- Der Höchststand lag 2022/23 bei 7 Territorien mit 12 Welpen.
- Genetisch nachgewiesen wurden 74 verschiedene Wölfe in den Jahren 2021 bis 2025.
- Für das Monitoringjahr 2025/26 hat das Wolfszentrum 48 gemeldete Nutztierschäden gelistet, bei 6 davon ist der Wolf per DNA bestätigt.
- 19 tot gefundene Wölfe sind für Hessen erfasst, die meisten im Straßenverkehr.
- Seit dem 30. Juni 2026 erlaubt eine Allgemeinverfügung die Entnahme von Jungwölfen im Lahn-Dill-Kreis.
- Wie viele Wölfe gibt es in Hessen?
- Das Monitoringjahr: Mai bis April
- Entwicklung seit 2019
- Wolf Hessen Rudel und Territorien
- Wo leben Wölfe in Hessen?
- Genetische Nachweise: Wie viele verschiedene Wölfe?
- Wolf Hessen Risse: Nutztiere und Schäden
- Tot aufgefundene Wölfe
- Was kostet der Wolf das Land?
- Wolf Hessen Abschuss und Jagdrecht
- Wolf und Jäger
- Häufige Fragen
- Quellen
Wie viele Wölfe gibt es in Hessen?
Eine einzige Gesamtzahl gibt es nicht. Das Monitoring zählt nicht jedes Tier, sondern Territorien: Gebiete, in denen sich Wölfe dauerhaft aufhalten.1
Ein Rudel hat Nachwuchs, ein Paar nicht, und ein territoriales Einzeltier lebt allein in einem Gebiet. Zwei Stellen zählen in Hessen: die bundesweite Dokumentationsstelle DBBW und das Wolfszentrum Hessen (WZH).
13 Wolfsterritorien im Monitoringjahr 2024/25
Für das zuletzt abgeschlossene Monitoringjahr 2024/25 verzeichnet die Deutsche Dokumentations- und Beratungsstelle zum Thema Wolf (DBBW) in Hessen 3 Territorien: 1 Rudel, 2 Paare und keine Einzeltiere. In einem davon gab es Nachwuchs, insgesamt 1 Welpen.1
Das Wolfszentrum nennt dieselben drei Gebiete: Greifenstein (Paar), Rüdesheim (Rudel mit 1 Welpen) und Waldkappel (Paar).2
Wolfsterritorien in Hessen 2024/25 nach Status
- Rudel 1
- Paare 2
- Einzeltiere 0
22025/26: 3 oder 4 Territorien, je nach Quelle
Für 2025/26 weichen die Angaben ab. Die DBBW zeigt bei der Abfrage vom 21.10.2026 vorläufig 3 Rudel, keine Paare und keine Einzeltiere, zusammen 3 Territorien mit 9 Welpen.1
Das Wolfszentrum Hessen führt in seiner Übersicht vom 8. Oktober 2026 zusätzlich ein Einzeltier bei Heringen an der Werra und kommt auf 4 Territorien: Greifenstein (Rudel, 4 Welpen), Rüdesheim (Rudel, 3 Welpen), Waldkappel (Rudel, 2 Welpen) und Heringen/Werra (Einzeltier).2
Wir haben den Unterschied nicht auflösen können. Warum die DBBW das Einzeltier nicht führt, wissen wir nicht. Beide Werte sind vorläufig.
3Wildflecken gehört seit 2023/24 zu Bayern
Das Wolfszentrum weist darauf hin, dass das Gebiet Wildflecken seit 2023/24 zu Bayern zählt. Für Hessen läuft es deshalb nicht mehr in der Statistik.2
Das Monitoringjahr: Mai bis April
Wölfe bekommen ihre Welpen im Frühjahr. Deshalb beginnt das Monitoringjahr am 1. Mai und endet am 30. April des Folgejahres. Das Jahr „2024/25“ umfasst also Mai 2024 bis April 2025.1
Vom Nachweis zur Statistik: das Beispiel 2024/25
- Das Monitoringjahr 2024/25 beginnt.
- Das Monitoringjahr endet. Alle Nachweise bis dahin zählen.
- Das Land und die DBBW stimmen die Ergebnisse ab und veröffentlichen sie.
- Das Ergebnis für 2025/26 wird erwartet.
Zahlen können rückwirkend geändert werden. Das Wolfszentrum nennt als Beispiel das Gebiet Spangenberg, das nachträglich dem Territorium Waldkappel im Jahr 2024/25 zugeschlagen wurde.2
Entwicklung seit 2019
Der erste sesshafte Wolf in Hessen wurde 2008 im Reinhardswald nachgewiesen. Von 2011 bis 2018 gab es dann keine territorialen Wölfe im Land.2
Seit 2019/20 führt die DBBW wieder Territorien. Die Zahl stieg bis 2022/23 auf 7 und ist seitdem wieder gesunken.
Wolfsterritorien in Hessen je Monitoringjahr
- 19/20
- 20/21
- 21/22
- 22/23
- 23/24
- 24/25
- 25/26*
Territorienzuletzt abgeschlossenes Jahr
4Von 2 auf 7 Territorien, dann zurück auf 3
2019/20 zählte die DBBW in Hessen 2 Territorien, 2022/23 waren es 7. Seitdem ging die Zahl über 5 auf 3 zurück.1
5Spitzenjahr 2022/23 mit 12 Welpen
Die Zahl der bestätigten Welpen schwankt stark. 2021/22 waren es 3, 2022/23 gleich 12, danach 2 und 1. Für 2025/26 zeigt die DBBW vorläufig 9 Welpen.1
Bestätigte Welpen in Hessen je Monitoringjahr
- 21/22
- 22/23
- 23/24
- 24/25
- 25/26*
Welpenhöchster Wert
Wolf Hessen Rudel und Territorien
Die Tabelle zeigt für jedes Monitoringjahr, wie sich die Territorien auf Rudel, Paare und Einzeltiere verteilen. Die letzte Zeile ist vorläufig und weicht vom Wolfszentrum ab (siehe oben).
| Monitoringjahr | Rudel | Paare | Einzeltiere | Territorien | Welpen |
|---|---|---|---|---|---|
| 2019/20 | 0 | 0 | 2 | 2 | 0 |
| 2020/21 | 0 | 1 | 3 | 4 | 0 |
| 2021/22 | 1 | 3 | 1 | 5 | 3 |
| 2022/23 | 3 | 0 | 4 | 7 | 12 |
| 2023/24 | 1 | 1 | 3 | 5 | 2 |
| 2024/25 | 1 | 2 | 0 | 3 | 1 |
| 2025/26 (vorläufig) | 3 | 0 | 0 | 3 | 9 |
Quelle der Tabelle ist die Jahresabfrage der DBBW-Datenbank.1 Vor 2019/20 haben wir keine Werte ausgewertet. Die Übersicht des Wolfszentrums reicht bis 2008/09 zurück, wir haben aber nur die erste Seite gelesen.2
6Je drei Rudel in 2022/23 und 2025/26
2022/23 und 2025/26 sind die Jahre mit je 3 Rudeln. Dazwischen lag 2024/25 mit einem Rudel und zwei Paaren.1
Wo leben Wölfe in Hessen?
Die Zahl der Gebiete in Hessen ist überschaubar. Das Wolfszentrum führt in seiner Übersicht (Stand 8. Oktober 2026) diese Territorien:2
| Territorium | 2024/25 | 2025/26 | 2026/27 (laufend) |
|---|---|---|---|
| Greifenstein | Paar | Rudel, 4 Welpen | Rudel |
| Rüdesheim | Rudel, 1 Welpe | Rudel, 3 Welpen | nicht gelistet |
| Waldkappel | Paar | Rudel, 2 Welpen | nicht gelistet |
| Heringen/Werra | nicht gelistet | Einzeltier | Einzeltier |
Greifenstein liegt im Lahn-Dill-Kreis. Dort häufen sich auch die gemeldeten Nutztierschäden.34 Die Landkreise der anderen Territorien haben wir aus den Quellen nicht belastbar entnommen. Die aktuelle Lage erfährst du beim Wolfszentrum.
Der Stand 2026/27 ist vorläufig und läuft noch. Dass Rüdesheim und Waldkappel dort noch nicht stehen, heißt nicht, dass die Wölfe weg sind.
Genetische Nachweise: Wie viele verschiedene Wölfe?
Die hessische Landesregierung hat im März 2026 auf eine Landtagsanfrage genetische Nachweise je Kalenderjahr genannt. Das ist die einzige Quelle, die einzelne Tiere statt Territorien zählt.5
774 verschiedene Wölfe in fünf Jahren
Von 2021 bis 2025 wurden in Hessen 74 verschiedene Individuen genetisch nachgewiesen. Pro Jahr waren es 13 (2021), 20 (2022), 26 (2023), 20 (2024) und 23 (2025).5
Genetisch nachgewiesene Wölfe in Hessen je Kalenderjahr
- 2021
- 2022
- 2023
- 2024
- 2025
verschiedene Individuenhöchster Wert
8Mehr als 380 genetische Untersuchungen in 2025/26
Im Monitoringjahr 2025/26 wurden bis 3. März 2026 insgesamt 382 genetische Untersuchungen durchgeführt, davon 329 an Rissabstrichen. Wolfshybriden in freier Wildbahn wurden in Hessen nicht nachgewiesen.5
9Nachweisereignisse: 295 im Jahr 2023
Bei den Ereignissen und Nachweisen nennt die Antwort für 2023 insgesamt 295 Ereignisse mit 387 Nachweisen, für 2024 dann 164 mit 215 und für 2025 185 mit 236. Für 2021 und 2022 steht nur je eine Zahl (195 und 307). Das Layout der Tabelle ist teilweise uneindeutig, nimm die Zahlen deshalb als Größenordnung.5
Wolf Hessen Risse: Nutztiere und Schäden
Sobald Wölfe in einer Region leben, kommt es zu Übergriffen auf Weidetiere. Ob ein Wolf der Verursacher war, entscheidet bei einem Verdachtsfall eine Untersuchung, oft mit einer DNA-Analyse.
102024: 5 Übergriffe mit 13 Nutztierrissen
Nach einer Antwort der Landesregierung vom 6. Oktober 2025, die das Wolfszentrum in einem Beschlussvorschlag der AG Wolf zitiert, gab es 2024 in Hessen 5 Übergriffe mit 13 Nutztierrissen. In 4 der 5 Fälle fehlte der Grundschutz. Das Maximum lag 2023.6
Jahressummen für 2023 und 2025 sowie Summen je Monitoringjahr 2021/22 bis 2024/25 haben wir nicht gefunden. Die Jahresberichte des Wolfszentrums liegen nur für 2022 und 2023 vor.
112025/26: 48 gemeldete Nutztierschäden
Das Wolfszentrum veröffentlicht eine Liste aller gemeldeten Nutztierschäden. Für das Monitoringjahr 2025/26 (Stand 28. Mai 2026) haben wir 48 Meldungen ausgezählt:3
| Bewertung | Meldungen | Tiere |
|---|---|---|
| Wolf per DNA (Haplotyp HW01/HW02) bestätigt | 6 | 26 |
| Wolf nicht ausgeschlossen | 21 | 78 |
| Wolf ausgeschlossen | 16 | 20 |
| Keine Bewertung | 5 | 5 |
| Gesamt | 48 | 129 |
Die Tierzahl ist die angegebene Anzahl, verletzte Tiere eingeschlossen. Die Auszählung stammt von uns, sie ist keine amtliche Summe. „Nicht ausgeschlossen“ heißt nur, dass ein Wolf nicht ausgeschlossen werden konnte, nicht dass er es war.3
122026/27: schon rund 47 Meldungen im Oktober
Für das laufende Jahr 2026/27 (Stand 16. Oktober 2026) liegen ungefähr 47 Meldungen vor (Zählung mit Toleranz von etwa zwei). 17 davon sind „nicht ausgeschlossen“, 12 „ausgeschlossen“, 8 ohne Bewertung und 6 mit Wolf bestätigt, der Rest ist noch in Prüfung. Haupt-Hotspot ist der Lahn-Dill-Kreis um das Greifenstein-Rudel.4
Zu den bestätigten Fällen gehört auch ein Rind im Gebiet Ehrenberg in der Rhön vom 25. September 2026 (Wolf GW4442m).4
13Bundesweit: 3,9 getötete Tiere je Übergriff
Im Bund wurden 2024 durchschnittlich 3,9 Tiere je Übergriff getötet, 91,1 Prozent der Opfer waren Schafe oder Ziegen.7
Tot aufgefundene Wölfe
Tot gefundene Wölfe werden untersucht und in der DBBW-Datenbank erfasst. Auch in Hessen ist der Straßenverkehr die häufigste Todesursache.
1419 Totfunde in Hessen, 14 davon im Straßenverkehr
Die DBBW führt für Hessen 19 tot aufgefundene Wölfe. 14 starben im Straßenverkehr, bei 5 ist die Ursache unklar. Eine illegale Tötung führt die DBBW für Hessen nicht auf.8
Hier gibt es einen Widerspruch: In der Zeile der DBBW stehen zusätzlich 2 Fälle mit offener Ursache. Zusammengezählt ergäbe das 21, nicht 19. Wir konnten das nicht klären und nennen deshalb die Jahressumme von 19, die zu den Einträgen je Monitoringjahr passt.8
Bundesweit sind es 1.488 Totfunde, davon 1.109 Verkehrsunfälle.8
15Je 3 Totfunde in 2019/20 und 2024/25
Die meisten Fälle in einem Monitoringjahr waren es 2019/20 und 2024/25 mit jeweils 3. Im Jahr 2025/26 waren es 2, und 2026/27 hat bereits 2 Totfunde mit offener Ursache.8
Tot aufgefundene Wölfe in Hessen je Monitoringjahr
- 18/19
- 19/20
- 20/21
- 21/22
- 22/23
- 23/24
- 24/25
- 25/26
Totfundehöchster Wert
Auch Autofahrer haben mit Wild zu tun. Zahlen zu Unfällen mit Rehen, Hirschen und Wildschweinen findest du in unserem Artikel Wildunfälle Hessen.
Was kostet der Wolf das Land?
Hessen veröffentlicht Zahlen zu Prävention, Ausgleich und den Kosten des Wolfszentrums. Sie stammen aus der Antwort der Landesregierung vom 30. März 2026.5
162025: rund 74.000 Euro Prävention, 13.369 Euro Ausgleich
Für Weidetierschutz-Prävention hat das Land 2025 bisher rund 74.000 Euro ausgegeben. Dazu kamen 13.368,52 Euro an Billigkeitsleistungen, also Ausgleichszahlungen für Verluste.5
17Wolfszentrum: 471.150 Euro Kosten im Jahr 2025
Die Kosten des Wolfszentrums (zuerst beim HLNUG, seit 1. Oktober 2024 bei HessenForst) und der Genanalysen:5
| Jahr | Kosten Wolfszentrum | Genanalysen |
|---|---|---|
| 2021 | 33.065,86 € | 29.800 € |
| 2022 | 115.595,97 € | 31.880 € |
| 2023 | 86.304,44 € | 57.912 € |
| 2024 | 52.486,19 € (HLNUG) plus 67.660 € (HessenForst ab 1.10.) | 30.774 € |
| 2025 | 471.150 € | 61.823 € |
Summen für Ausgleich und Herdenschutz in den Jahren 2022 bis 2024 und 2026 haben wir nicht gefunden. Die erfragst du beim Wolfszentrum Hessen oder beim zuständigen Ministerium.
Der Wolfsmanagementplan vom 30. Juni 2026 sieht außerdem einen Schadensausgleich für Verluste, Verletzungen, Verwerfen und Tierarztkosten sowie eine landesweite Flächenprämie für Schafe und Ziegen vor.9
Wolf Hessen Abschuss und Jagdrecht
Beim Abschuss ist der Wolf in Hessen ein Sonderfall. Lange war er streng geschützt, und Entnahmen gab es nur mit einer artenschutzrechtlichen Ausnahme. Das hat sich 2024 bis 2026 schrittweise geändert.
Wie der Schutz des Wolfs gelockert wurde
- Hessen nimmt Wölfe und Wolfshybriden mit § 23a ins Hessische Jagdgesetz auf.
- Der Ständige Ausschuss der Berner Konvention stuft den Wolf von „streng geschützt“ auf „geschützt“ herab.
- Die EU ändert die FFH-Richtlinie in Bezug auf den Schutzstatus des Wolfs.
- Das Bundesjagdgesetz mit dem Wolf tritt in Kraft.
- Das Regierungspräsidium Kassel erlässt eine Allgemeinverfügung zur Entnahme von Jungwölfen.
Herabstufung des Schutzstatus
Am 6. Dezember 2024 nahm der Ständige Ausschuss der Berner Konvention den Vorschlag der EU an, den Wolf aus Anhang II (streng geschützte Tierarten) zu streichen und in Anhang III (geschützte Tierarten) aufzunehmen. Die Richtlinie (EU) 2025/1237 vom 17. Juni 2025 überträgt das in die FFH-Richtlinie.10
Der Wolf im Bundesjagdgesetz
Die Bundesregierung hat den Wolf ins Bundesjagdgesetz aufgenommen. Die Regelungen sind am 2. April 2026 in Kraft getreten.11 Nach § 22b ergreift die Behörde bei ungünstigem Erhaltungszustand die nötigen Maßnahmen. Sie kann die Jagd zeitlich oder räumlich beschränken, die Zahl der erlegbaren Wölfe begrenzen, die Jagd verbieten oder ein Genehmigungssystem einführen.13
Hessen: Wolf im Landesjagdrecht
Schon 2024 hat Hessen den Wolf im Landesrecht verankert. Das Änderungsgesetz vom 10. Oktober 2024 (GVBl. 2024 Nr. 57) fügt im Hessischen Jagdgesetz § 23a für Wölfe und Wolfshybriden ein. HessenForst ist zuständig für die Wolfsmanagementpläne.14 Das Wolfszentrum ist seit dem 1. Oktober 2024 bei HessenForst angesiedelt.5
Der Wolfsmanagementplan ist am 30. Juni 2026 erschienen. Der ursprüngliche Plan stammt von 2021.9 Die Landesregierung hat nach ihrer Antwort im Landtag klargestellt, dass sie keine wolfsfreien Zonen plant. Die Bundesnovelle sieht „Weidegebiete“ vor.5
18Allgemeinverfügung des RP Kassel vom 30. Juni 2026
Das Regierungspräsidium Kassel hat am 30. Juni 2026 eine Allgemeinverfügung zur Entnahme von Wölfen bekanntgemacht. Rechtsgrundlage ist § 22d Abs. 2 Satz 1 des Bundesjagdgesetzes. Das Land bewertet den Erhaltungszustand der kontinentalen Region im FFH-Bericht 2025 als günstig.12
19Freigabe von 4 Jungwölfen im Lahn-Dill-Kreis
Laut hessenschau vom 3. Juli 2026 (aktualisiert am 7. Juli) wurde der Abschuss von insgesamt 4 Jungwölfen im Lahn-Dill-Kreis vom 1. Juli bis 31. Oktober 2026 freigegeben. Zwei tot gefundene Wölfe wurden angerechnet, es blieben also 2 offen.15 Das Verwaltungsgericht Kassel hat die Genehmigung nach diesem Artikel vorerst ausgesetzt, sie darf so lange nicht genutzt werden.15 Zum Managementplan berichtete hessenschau im Juni 2026, dass bis zu 40 Prozent der Jungwölfe zum Abschuss freigegeben werden sollen.16
Ob bis heute ein Wolf erlegt wurde, haben wir nicht festgestellt. Entnahmen vor 2026 haben wir ebenfalls nicht gefunden. Aktuelle Auskunft gibt das Regierungspräsidium Kassel.
Wolf und Jäger
Für Jäger in Hessen ändert sich mit dem Wolf im Landes- und Bundesjagdrecht einiges. Ob ein Abschuss erlaubt ist, entscheidet aber die zuständige Behörde im Einzelfall, wie die Allgemeinverfügung zeigt.
Wie viel in Hessen sonst erlegt wird, steht in unserer Jagdstrecke Hessen. Wann welches Wild bejagt werden darf, erklärt die Übersicht Jagdzeiten Hessen.
Dass Wolf, Luchs und Goldschakal im Jagdrecht stehen, ist ein typisches Thema der Jägerprüfung. Mit dem Prüfungstrainer für die Jägerprüfung in Hessen übst du die Fragen zu Wildarten, Jagdrecht und Schonzeiten.
Häufige Fragen
Wie viele Wölfe gibt es in Hessen?
Im Monitoringjahr 2024/25 gab es 3 Territorien mit einem Rudel und zwei Paaren. Für 2025/26 zeigt die DBBW vorläufig 3 Rudel, das Wolfszentrum 4 Territorien. Von 2021 bis 2025 wurden 74 verschiedene Wölfe genetisch nachgewiesen.125
Wie viele Wolfsrudel gibt es in Hessen?
Laut DBBW und Wolfszentrum waren es 2024/25 ein Rudel. Für 2025/26 nennen beide Stellen drei Rudel: Greifenstein, Rüdesheim und Waldkappel.12
Wo leben Wölfe in Hessen?
Territorien gibt es bei Greifenstein im Lahn-Dill-Kreis, bei Rüdesheim, bei Waldkappel und als Einzeltier bei Heringen an der Werra.2
Wo finde ich eine aktuelle Wolfskarte für Hessen?
Das Wolfszentrum Hessen veröffentlicht Territorien und gemeldete Nutztierschäden laufend als PDF-Listen.24 Bundesweit listet die DBBW die Rudel und Territorien.1
Darf man den Wolf in Hessen abschießen?
Nur unter engen Voraussetzungen. Der Wolf steht im Bundesjagdgesetz und im hessischen Jagdrecht. Das Regierungspräsidium Kassel hat im Juni 2026 eine Entnahme von Jungwölfen im Lahn-Dill-Kreis erlaubt.1112
Wie viele Nutztiere reißt der Wolf in Hessen?
Für 2024 nennt die Landesregierung 5 Übergriffe mit 13 Nutztierrissen.6 Für das Monitoringjahr 2025/26 listet das Wolfszentrum 48 Meldungen, bei 6 davon ist der Wolf per DNA bestätigt.3
Wie viele Wölfe sterben in Hessen im Straßenverkehr?
Die DBBW zählt in Hessen 14 Verkehrsopfer unter 19 Totfunden.8
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<a href="https://hessenjagdschein.de/blog/wolf-hessen-statistiken/">Wolf Hessen Statistiken 2026</a>, HessenJagdscheinLindemann, K. (2026). Wolf Hessen Statistiken 2026. HessenJagdschein. https://hessenjagdschein.de/blog/wolf-hessen-statistiken/
Lindemann, Konrad. "Wolf Hessen Statistiken 2026." HessenJagdschein, 2026, hessenjagdschein.de/blog/wolf-hessen-statistiken/
Quellen
Die Zahlen stammen von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW), dem Wolfszentrum Hessen, einer Antwort der Landesregierung im Landtag sowie aus den einschlägigen Rechtstexten und Behördenseiten.
Die Werte für 2025/26 sind vorläufig. Wo Behörden keine Jahressummen veröffentlichen, haben wir das so gekennzeichnet. Selbst ausgezählte Zahlen sind als solche markiert.
- DBBW: Wolfsverbreitung in Deutschland, Abfrage Hessen je Monitoringjahr (Abfrage 21.10.2026) (dbb-wolf.de)
- Wolfszentrum Hessen: Wolfsterritorien in Hessen seit dem Monitoringjahr 2008/2009 (Stand 08.10.2026) (wolfszentrum.hessen.de)
- Wolfszentrum Hessen: Gemeldete Nutztierschäden 2025/2026 (Stand 28.05.2026) (wolfszentrum.hessen.de)
- Wolfszentrum Hessen: Gemeldete Nutztierschäden 2026/27 (Stand 16.10.2026) (wolfszentrum.hessen.de)
- Hessischer Landtag, Drucksache 21/3648: Wolf in Hessen (Antwort der Landesregierung vom 30.03.2026) (starweb.hessen.de)
- Wolfszentrum Hessen: Beschlussvorschlag der AG Wolf vom 13.11.2025 (wolfszentrum.hessen.de)
- DBBW: Bundesweite Schadensstatistik (dbb-wolf.de)
- DBBW: Totfunde nach Bundesländern (Auswertung 21.10.2026) (dbb-wolf.de)
- Hessisches Landwirtschaftsministerium: Revierübergreifender Wolfsmanagementplan Hessen (30.06.2026) (landwirtschaft.hessen.de)
- Richtlinie (EU) 2025/1237 zur Änderung der FFH-Richtlinie in Bezug auf den Schutzstatus des Wolfs (eur-lex.europa.eu)
- Bundesregierung: Wolf ins Jagdrecht aufgenommen (7. April 2026) (bundesregierung.de)
- Regierungspräsidium Kassel: Allgemeinverfügung Wolf vom 30.06.2026, Bekanntmachung (rp-kassel.hessen.de)
- Bundesjagdgesetz, § 22b: Maßnahmen in Bezug auf die Tierart Wolf (gesetze-im-internet.de)
- Land Hessen: Gesetz zur Änderung jagdrechtlicher Vorschriften, GVBl. 2024 Nr. 57 (verkuendung.hessen.de)
- hessenschau: Wölfe in Hessen, Jungwölfe im Lahn-Dill-Kreis dürfen vorerst nicht getötet werden (3. Juli 2026, aktualisiert 7. Juli 2026) (hessenschau.de)
- hessenschau: Hessens Regierung will bis zu 40 Prozent der Jungwölfe zum Abschuss freigeben (19. Juni 2026) (hessenschau.de)
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