Wann darf in Hessen welches Wild bejagt werden? Das regelt die Hessische Jagdverordnung (HJagdV) in § 2. Für alles, was Hessen nicht selbst regelt, gilt der Rahmen der Bundesjagdzeitenverordnung.12

Zum 1. April 2026 hat Hessen die Jagdzeiten mehrfach geändert. Der Fuchs ist seitdem ganzjährig jagdbar, der Waschbär hat keine Schonzeit mehr, und Dachs, Marder und Waldschnepfe bekamen neue Zeiten.34

Hier findest du alle Jagdzeiten als Tabelle und als Jahreskalender. Dazu kommen Antworten auf die häufigsten Fragen: Rehwild, Fuchs, Wildschwein, Waschbär und Federwild.

Jagdzeit heißt nicht, dass jedes Stück erlegt werden darf. Abschussplan, Elterntierschutz und Revierregeln gelten zusätzlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rehböcke und Schmalrehe dürfen in Hessen vom 1. April bis 31. Januar bejagt werden, Geißen und Kitze vom 1. September bis 31. Januar.
  • Der Fuchs hat seit 1. April 2026 keine Schonzeit mehr. Elterntiere sind in der Setz- und Aufzuchtzeit aber geschützt.
  • Schwarzwild darf ganzjährig bejagt werden, Rotwild je nach Alter und Geschlecht von August bis Januar.
  • Waschbär, Marderhund, Mink, Nutria und Nilgans sind ganzjährig jagdbar. Der Wolf hat keine Jagdzeit.
  • Rechtsstand dieses Artikels ist die HJagdV in der Fassung der Änderungsverordnung vom 3. März 2026, in Kraft seit 1. April 2026.

Kurzantwort: die meistgesuchten Jagdzeiten

Die wichtigsten Arten auf einen Blick. Alle Angaben gelten für ganz Hessen.

Bock, Schmalreh
1. Apr. bis 31. Jan.Jagdzeit
Geiß (Ricke), Kitz
1. Sep. bis 31. Jan.Jagdzeit
Schonzeit
1. Feb. bis 31. MärzBock und Schmalreh
Rehwild in Hessen.32
Fuchs
ganzjährigElterntierschutz beachten
Dachs
1. Aug. bis 31. Dez.Jungdachs ab 1. Juni
Waschbär
ganzjährigkeine Schonzeit mehr
Raubwild in Hessen.34
Schwarzwild
ganzjährigElterntiere geschützt
Abschussplan
keinerfür Schwarzwild
Nachtjagd
erlaubtnur beim Schwarzwild
Wildschwein in Hessen.256
Hirsch, Alttier, Kalb
1. Aug. bis 31. Jan.Rotwild
Schmalspießer, Schmaltier
1. Apr. bis 31. Maiund 1. Aug. bis 31. Jan.
Damwild
1. Sep. bis 31. Jan.Hirsch, Alttier, Kalb
Rotwild und Damwild in Hessen.32
Feldhase
1. Okt. bis 31. Dez.nur im Rahmen des Zuwachses
Stockente
1. Sep. bis 15. Jan.Gänse ab 1. Aug.
Fasan
1. Okt. bis 15. Jan.nur Hähne
Niederwild in Hessen.32

Übersicht: alle Jagdzeiten in Hessen als Tabelle

Die folgende Übersicht fasst alle in Hessen relevanten Wildarten zusammen. Die Spalte „Regelung“ zeigt, woher die Zeit stammt: aus der HJagdV (Hessen) oder aus der Bundesverordnung (Bund).

Alle drei Tabellen sind druckfreundlich. Über „Drucken“ im Browser bekommst du die Übersicht auch als PDF.

Wo ein Zeitraum fehlt, ist das Wild ganzjährig mit der Jagd zu verschonen. Das gilt für jede Art, für die keine Jagdzeit festgesetzt ist.7

Schalenwild

WildartJagdzeitHinweisRegelung
Rehbock1. April bis 31. JanuarHessen
Schmalreh1. April bis 31. Januareinjähriges weibliches RehHessen
Ricke (Geiß)1. September bis 31. Januarvon Hessen nicht gesondert geregeltBund
Rehkitz1. September bis 31. JanuarHessen
Rotwild: Hirsch, Alttier1. August bis 31. JanuarBund
Rotwild: Kalb1. August bis 31. JanuarHessen
Rotwild: Schmalspießer, Schmaltier1. April bis 31. Mai und 1. August bis 31. JanuarPause im Juni und JuliHessen
Damwild, Sikawild: Hirsch, Alttier1. September bis 31. JanuarBund
Damwild, Sikawild: Kalb1. September bis 31. JanuarHessen
Damwild, Sikawild: Schmalspießer, Schmaltier1. April bis 31. Mai und 1. August bis 31. JanuarPause im Juni und JuliHessen
Muffelwild: Jährlingswidder, Schmalschaf1. April bis 31. Mai und 1. August bis 31. JanuarPause im Juni und JuliHessen
Muffelwild: übrige Stücke1. August bis 31. JanuarBund
SchwarzwildganzjährigElterntiere in der Setz- und Aufzuchtzeit sind geschütztBund

Rehwild, Rotwild, Damwild und Muffelwild unterliegen in Hessen einem behördlich festgesetzten Abschussplan. Beim Schwarzwild gibt es keinen.5 Gamswild hat laut Jagdzeiten-Übersicht des Landesjagdverbands Jagdzeit vom 1. August bis 15. Dezember, kommt in Hessen aber praktisch nicht vor.8

Raubwild und invasive Arten

WildartJagdzeitHinweisRegelung
FuchsganzjährigElterntierschutz beachten, früher 15. August bis 28. FebruarBund
Dachs1. August bis 31. Dezemberbis März 2026 nur bis 31. OktoberHessen
Jungdachs1. Juni bis 31. Dezemberneu seit 1. April 2026Hessen
Steinmarder16. Oktober bis 28. FebruarHessen
Baummarder16. Oktober bis 28. Februarbis März 2026 keine JagdzeitBund
Iltis, Hermelin, Mauswiesel1. August bis 28. Februarbis März 2026 keine JagdzeitBund
Waschbär, Marderhund, Mink, Nutriaganzjährigbis März 2026 mit SchonzeitHessen
Rote Nasenbären, Chinesische Muntjaksganzjährigseit 1. April 2026 im JagdrechtHessen
Goldschakalkeine Jagdzeitseit 1. April 2026 im JagdrechtHessen
Wolfkeine Jagdzeitganzjährig geschontBund
Wildkatze, Luchs, Fischotterkeine Jagdzeitganzjährig geschontBund

Niederwild und Federwild

WildartJagdzeitHinweisRegelung
Feldhase1. Oktober bis 31. DezemberBejagung nur im Rahmen des ZuwachsesHessen
WildkaninchenganzjährigBund
Fasan1. Oktober bis 15. Januarnur Hähne, Hennen keine JagdzeitBund
Rebhuhn1. Oktober bis 31. Oktobernur bei ausreichendem Besatz und AnzeigeHessen
Wildtruthuhn, Türkentaubekeine JagdzeitHessen
Stockente1. September bis 15. JanuarBejagung nur im Rahmen des ZuwachsesHessen
Graugans1. August bis 15. Januarin bestimmten Vogelschutzgebieten RuhezonenHessen
Kanadagans1. August bis 15. JanuarHessen
Rostgans1. September bis 15. JanuarJungtiere ganzjährigHessen
Nilgansganzjährigbis März 2026 1. August bis 15. JanuarHessen
Bläss-, Saat-, Ringelganskeine JagdzeitHessen
Pfeif-, Krick-, Spieß-, Berg-, Reiher-, Tafel-, Samt-, Trauerentekeine JagdzeitHessen
Blässhuhn1. Oktober bis 15. Januarbei zu geringem Besatz verschonenHessen
Ringeltaube1. November bis 10. FebruarJungtiere ab 1. JuliHessen
Waldschnepfe16. Oktober bis 15. Januarbis März 2026 keine JagdzeitBund
Höckerschwan1. November bis 31. Dezemberbis März 2026 keine JagdzeitHessen
Möwen (Lach-, Sturm-, Silber-, Mantel-, Heringsmöwe)keine JagdzeitHessen
Rabenkrähe1. August bis 15. FebruarHessen
Elster1. August bis 31. JanuarHessen

Quelle der Hessen-Zeiten ist § 2 Abs. 2 HJagdV in der Fassung vom 1. April 2026, für die Bundeszeiten die Jagdzeitenverordnung von 1977.32 Mehr dazu, welche Wildarten dem Jagdrecht unterliegen, steht in § 2 des Bundesjagdgesetzes und in § 1 HJagdV.91

Jahreskalender der Jagdzeiten

Der Kalender zeigt dieselben Zeiten als Grafik. Dunkle Felder sind Jagdzeit, helle Felder Schonzeit. Halb gefüllte Felder bedeuten, dass die Jagdzeit mitten im Monat beginnt oder endet.

Jagdzeiten in Hessen im Jahresverlauf

WildartJFMAMJJASOND
Schalenwild
Rehbock, Schmalreh
Ricke (Geiß), Kitz
Rotwild: Hirsch, Alttier, Kalb
Rotwild: Schmalspießer, Schmaltier
Dam- und Sikawild: Hirsch, Alttier, Kalb
Dam- und Sikawild: Schmalspießer, Schmaltier
Muffelwild: Jährlingswidder, Schmalschaf
Muffelwild: übrige Stücke
Schwarzwild
Raubwild und invasive Arten
Fuchs
Dachs
Jungdachs
Stein- und Baummarder
Iltis, Hermelin, Mauswiesel
Waschbär, Marderhund, Mink, Nutria
Niederwild und Federwild
Feldhase
Wildkaninchen
Fasan (nur Hähne)
Rebhuhn (nur unter Auflagen)
Stockente
Graugans, Kanadagans
Ringeltaube
Blässhuhn
Waldschnepfe
Rabenkrähe
Elster
  • Jagdzeit
  • Schonzeit
Auswahl der Wildarten, nach HJagdV und Bundesjagdzeitenverordnung. Beim Fahren mit dem Finger oder der Maus über ein Feld erscheint der genaue Zeitraum. Ganzjährige Arten sind durchgehend dunkel.32

Auf dem Handy lässt sich der Kalender seitlich wischen.

Jagdzeiten Rehwild in Hessen

Das Reh ist die am häufigsten erlegte Wildart in Hessen. Wie viele Stücke das jedes Jahr sind, steht in unserem Artikel zur Jagdstrecke in Hessen.

  • Böcke und Schmalrehe: 1. April bis 31. Januar
  • Kitze: 1. September bis 31. Januar
  • Geißen (Ricken): 1. September bis 31. Januar

Die Zeiten für Böcke, Schmalrehe und Kitze stehen in § 2 Abs. 2 HJagdV.3 Damit beginnt die Bockjagd in Hessen schon Anfang April und nicht erst im Mai wie im Bundesrahmen.2

Für Geißen nennt die HJagdV keine eigene Zeit. Wir haben deshalb die Zeit der Bundesverordnung übernommen. Wer ganz sicher gehen will, fragt bei der unteren Jagdbehörde nach.

Schonzeit Rehwild

Für Böcke und Schmalrehe ruht die Jagd im Februar und März. Für Geißen und Kitze dauert die Schonzeit vom 1. Februar bis 31. August.

Wichtig: Die Jagdzeit ist nur der äußere Rahmen. Wie viele Stücke du erlegen darfst, legt der Abschussplan fest. Er gilt in Hessen für Rehwild, Rotwild, Damwild und Muffelwild.5

Rotwild, Damwild und Muffelwild

Beim Rotwild gelten für Jungtiere Sonderregeln. Schmalspießer und Schmaltiere dürfen zweimal im Jahr bejagt werden, im April und Mai sowie von August bis Januar.3

  • Rotwild: Kälber vom 1. August bis 31. Januar, Hirsche und Alttiere ebenfalls.
  • Dam- und Sikawild: Kälber, Hirsche und Alttiere vom 1. September bis 31. Januar.
  • Muffelwild: Jährlingswidder und Schmalschafe wie Schmalspießer, übrige Stücke vom 1. August bis 31. Januar.

Auch hier gilt: Ohne Freigabe im Abschussplan darfst du nichts erlegen, selbst wenn Jagdzeit ist.5

Wann darf man in Hessen Füchse jagen?

Seit dem 1. April 2026 ganzjährig. Hessen hat seine eigene Schonzeit für den Fuchs gestrichen. Damit gilt der Bundesrahmen, der den Fuchs das ganze Jahr zur Jagd freigibt.42

Vorher galt in Hessen vom 15. August bis 28. Februar eine Jagdzeit, nur Jungfüchse durften ganzjährig bejagt werden.1

Elterntierschutz beim Fuchs

Auch ohne Schonzeit gibt es eine Grenze. In den Setz- und Brutzeiten dürfen bis zum Selbständigwerden der Jungtiere die Elterntiere nicht bejagt werden, auch bei Wild ohne Schonzeit.7

Für den Fuchs heißt das: Eine führende Fähe darfst du im Frühjahr und Frühsommer nicht erlegen. Das Gesetz erlaubt den Ländern, hier Ausnahmen zu regeln. In § 2 HJagdV haben wir keine solche Ausnahme gefunden.71

Mehr zu den Mengen: In unserem Artikel zur Jagdstrecke in Hessen siehst du, wie viele Füchse jedes Jahr erlegt werden.

Jagdzeit Wildschwein in Hessen

Schwarzwild darf in Hessen ganzjährig bejagt werden. Die HJagdV regelt es nicht gesondert, daher gilt die Bundesverordnung.2

Auch hier greift der Elterntierschutz. Eine Bache, die Frischlinge führt, bleibt in der Aufzuchtzeit tabu.27

  • Beim Schwarzwild gibt es in Hessen keinen behördlichen Abschussplan.5
  • Schwarzwild ist die einzige Schalenwildart, die auch nachts erlegt werden darf.6

Wie sich die Afrikanische Schweinepest in Südhessen auf die Jagd auswirkt, steht im Abschnitt zur ASP in der Jagdstrecke.

Waschbär, Marderhund und andere invasive Arten

Der Waschbär hat in Hessen seit dem 1. April 2026 keine Schonzeit mehr. Bis dahin war er vom 1. August bis 28. Februar jagdbar.4

Dasselbe gilt jetzt für diese Arten:

  • Marderhund, Mink und Nutria (bisher 1. September bis 28. Februar)
  • Nilgans (bisher 1. August bis 15. Januar)
  • Rote Nasenbären und Chinesische Muntjaks, die neu im Jagdrecht sind
  • Pharaonenibis und Schwarzkopf-Ruderente, ebenfalls neu

Der Goldschakal ist neu im Jagdrecht, hat aber keine Jagdzeit.34

Auch für diese Arten bleibt der Elterntierschutz bestehen. Er gilt in den Setz- und Brutzeiten, selbst für Wild ohne Schonzeit.7

Beim Waschbär zeigt die Jagdstrecke in Hessen, wie stark er sich ausgebreitet hat.

Wolf und Biber

Der Wolf unterliegt dem Jagdrecht, hat aber keine Jagdzeit. Er ist damit ganzjährig zu verschonen.973

Der Biber steht weder im Bundesjagdgesetz noch in § 1 HJagdV. Er ist damit nicht jagdbar.91

Hase, Fasan, Ente, Gans und Taube

Beim Niederwild gelten teils Zusatzregeln, die über die reine Jagdzeit hinausgehen.

Feldhase und Stockente

Feldhase (1. Oktober bis 31. Dezember) und Stockente (1. September bis 15. Januar) sind nicht abschussplanpflichtig. Hessen verlangt trotzdem, dass die Strecke im Rahmen des jährlichen Zuwachses bleibt.3

Rebhuhn und Blässhuhn

Rebhühner dürfen nur im Oktober bejagt werden, und nur unter strengen Voraussetzungen:

  • mehr als 3,0 Revierpaare pro 100 Hektar im Frühjahr
  • Zuwachs von mehr als 250 Prozent bis 1. September
  • Strecke höchstens 15 Prozent des Herbstbesatzes
  • vorherige Anzeige bei der unteren Jagdbehörde

Blässhühner sind zu verschonen, wenn kein ausreichender Besatz da ist.13

Gänse und Enten

Graugänse und Kanadagänse sind vom 1. August bis 15. Januar jagdbar, Rostgänse vom 1. September bis 15. Januar. Die Nilgans ist ganzjährig jagdbar.3

In bestimmten Vogelschutzgebieten sind Graugänse auf Stillgewässern und in 70 Metern Umkreis zu verschonen. Dazu zählen unter anderem die Wetterau und das Hessische Ried.1

Mehrere Gänse- und Entenarten haben keine Jagdzeit, etwa Bläss-, Saat- und Ringelgans sowie Pfeif-, Krick- und Tafelente.3

Tauben und Waldschnepfe

Ringeltauben dürfen vom 1. November bis 10. Februar bejagt werden, Jungtiere schon ab 1. Juli. Die Waldschnepfe hat seit April 2026 eine Jagdzeit vom 16. Oktober bis 15. Januar.34

Was sich 2026 geändert hat

Die Änderungsverordnung vom 3. März 2026 gilt seit dem 1. April 2026.3 Sie bringt vor allem für Raubwild und Federwild neue Zeiten. Beim Rehwild, Rotwild und Schwarzwild ändert sich nichts.

Raubwild und Niederwild: Jagdzeiten vorher und nachher

Bis 31. März 2026
  • Fuchs: 15. August bis 28. Februar
  • Dachs: 1. August bis 31. Oktober
  • Baummarder, Iltis, Hermelin, Mauswiesel: keine Jagdzeit
  • Waldschnepfe, Höckerschwan: keine Jagdzeit
  • Rebhuhn: 16. September bis 31. Oktober
  • Ringeltaube: 1. November bis 15. Januar
  • Graugans, Kanadagans: 1. August bis 31. Oktober
Seit 1. April 2026
  • Fuchs: ganzjährig
  • Dachs: 1. August bis 31. Dezember, Jungdachs ab 1. Juni
  • Baummarder: 16. Oktober bis 28. Februar
  • Iltis, Hermelin, Mauswiesel: 1. August bis 28. Februar
  • Waldschnepfe: 16. Oktober bis 15. Januar, Höckerschwan: 1. November bis 31. Dezember
  • Rebhuhn: 1. bis 31. Oktober
  • Ringeltaube: 1. November bis 10. Februar, Jungtiere ab 1. Juli
  • Graugans, Kanadagans: 1. August bis 15. Januar, neu Rostgans
BleibtRehwildRotwildSchwarzwild
Änderungen der HJagdV zum 1. April 2026 bei Raubwild und Niederwild, nach Synopse und Verordnungstext.143

Invasive Arten und Rabenvögel: Jagdzeiten vorher und nachher

Bis 31. März 2026
  • Waschbär: 1. August bis 28. Februar
  • Marderhund, Mink, Nutria: 1. September bis 28. Februar
  • Nilgans: 1. August bis 15. Januar
  • Rabenkrähe: 1. August bis 15. Januar
  • Elster: 1. August bis 15. Januar
Seit 1. April 2026
  • Waschbär, Marderhund, Mink, Nutria: ganzjährig
  • Nilgans: ganzjährig
  • Rabenkrähe: 1. August bis 15. Februar
  • Elster: 1. August bis 31. Januar
  • Neu im Jagdrecht: Muntjak, Nasenbär, Pharaonenibis, Schwarzkopf-Ruderente (ganzjährig), Goldschakal (keine Jagdzeit)
Änderungen der HJagdV zum 1. April 2026 bei invasiven Arten und Rabenvögeln.143

Am 20. Mai 2026 wurde die Verordnung erneut geändert (GVBl. 2026 Nr. 32).10 Die vom Landesjagdverband am 18. Mai 2026 korrigiert veröffentlichte Übersicht der Jagd- und Schonzeiten deckt sich mit den Tabellen oben.8

Jagdzeit, Schonzeit und Abschussplan

Drei Begriffe werden oft verwechselt.

  • Jagdzeit: der Zeitraum, in dem eine Wildart bejagt werden darf.
  • Schonzeit: alles außerhalb der Jagdzeit. Dann ist das Wild zu verschonen.7
  • Abschussplan: die behördliche Vorgabe, wie viele Stücke einer Art im Revier erlegt werden sollen oder dürfen. In Hessen betrifft das Rehwild, Rotwild, Damwild und Muffelwild.5

Nicht jagdbar und ohne Jagdzeit

Wild ohne festgesetzte Jagdzeit ist das ganze Jahr zu verschonen. Das betrifft zum Beispiel Wolf, Luchs, Wildkatze und Fischotter. Arten, die gar nicht im Jagdrecht stehen, sind nicht jagdbar, so wie der Biber.97

Ausnahmen von der Schonzeit

Das Bundesjagdgesetz erlaubt den Ländern, Schonzeiten aus besonderen Gründen aufzuheben. Genannt sind etwa Wildseuchenbekämpfung, Landeskultur oder die Vermeidung übermäßiger Wildschäden.7

Solche Ausnahmen gelten meist nur für bestimmte Gebiete oder Reviere. Welche Ausnahme gerade gilt, erfährst du bei der zuständigen Jagdbehörde.

Was das für dich als Jungjäger bedeutet

In der Jägerprüfung musst du die Jagdzeiten kennen. Sie gehören zum Prüfungsteil Recht, genauso wie Schonzeit, Elterntierschutz und Abschussplan.

Prägen musst du dir vor allem die Unterschiede zwischen Wildarten ein. Rehwild, Rotwild, Schwarzwild und Fuchs liefern die meisten Prüfungsfragen.

Wie du dich mit amtlichen Fragen und Lösungen darauf vorbereitest, zeigt dir unser Prüfungstrainer für den Jagdschein in Hessen. Mit dem Trainer übst du die Fragen einzeln.

Wer sich für Zahlen interessiert: Wie viel Wild in Hessen auf die Strecke kommt, steht in der Jagdstrecke Hessen. Wie oft es zwischen Auto und Wild kracht, zeigen die Wildunfälle in Hessen.

Häufige Fragen

Welche Jagdzeiten gelten in Hessen?

Sie stehen in § 2 der Hessischen Jagdverordnung. Für Arten, die Hessen nicht eigens regelt, gilt die Bundesjagdzeitenverordnung. Alle Zeiten findest du in der Tabelle oben.32

Wann ist die Jagdzeit für Rehwild in Hessen?

Böcke und Schmalrehe vom 1. April bis 31. Januar, Kitze vom 1. September bis 31. Januar. Für Geißen gilt nach der Bundesverordnung ebenfalls der 1. September bis 31. Januar.32

Wann ist Schonzeit für Rehwild in Hessen?

Für Böcke und Schmalrehe im Februar und März. Für Geißen und Kitze vom 1. Februar bis 31. August.32

Wann darf man in Hessen Füchse schießen?

Seit 1. April 2026 das ganze Jahr. Elterntiere sind in der Setz- und Aufzuchtzeit aber geschützt.47

Hat der Waschbär in Hessen Schonzeit?

Nein. Seit 1. April 2026 darf der Waschbär ganzjährig bejagt werden.4

Wann darf man in Hessen Wildschweine schießen?

Ganzjährig. Führende Bachen sind in der Aufzuchtzeit zu schonen.27

Gibt es die Jagdzeiten Hessen als PDF?

Wir bieten kein eigenes PDF an. Die Tabellen oben sind aber druckfreundlich aufgebaut. Mit „Drucken“ im Browser erzeugst du daraus ein PDF. Den amtlichen Verordnungstext findest du im Hessischen Rechtsportal.1

Quellen

  1. Hessische Jagdverordnung (HJagdV) vom 24. Oktober 2022, Bürgerservice Hessenrecht (rv.hessenrecht.hessen.de)
  2. Verordnung über die Jagdzeiten (Bundesjagdzeitenverordnung) vom 2. April 1977, § 1 (gesetze-im-internet.de)
  3. Land Hessen, GVBl. 2026 Nr. 14: Verordnung zur Änderung der Hessischen Jagdverordnung vom 3. März 2026 (rp-kassel.hessen.de)
  4. Hessisches Landwirtschaftsministerium: Synopse der Änderungen der Hessischen Jagdverordnung zum 1. April 2026 (landwirtschaft.hessen.de)
  5. Hessisches Landwirtschaftsministerium (HMLU): Streckenliste für das Jagdjahr 2024/2025 (landwirtschaft.hessen.de)
  6. Bundesjagdgesetz § 19 Sachliche Verbote (gesetze-im-internet.de)
  7. Bundesjagdgesetz § 22 Jagd- und Schonzeiten (gesetze-im-internet.de)
  8. Landesjagdverband Hessen: Jagd- und Schonzeiten in Hessen (korrigiert, Mai 2026) (ljv-hessen.de)
  9. Bundesjagdgesetz § 2 Tierarten (gesetze-im-internet.de)
  10. umwelt-online: Hessische Jagdverordnung, konsolidierte Fassung mit Änderungsvermerken (umwelt-online.de)

Grundlage sind der Verordnungstext der HJagdV, die Änderungsverordnung vom 3. März 2026, die Synopse des Landwirtschaftsministeriums, die Bundesjagdzeitenverordnung und das Bundesjagdgesetz.

Lücke: Zu Geißen, Hirschen und Alttieren, Schwarzwild und Fuchs enthält § 2 HJagdV keine eigene Zeit. Wir haben dort die Bundesverordnung herangezogen, wie es auch die Synopse des Ministeriums beim Fuchs tut.